Lys Symonette bei einer Podiumsdiskussion in Dessau ca. 2000: erzählt aus Ihrem Leben, vor allem über ihre Arbeit mit Kurt Weill und Lotte Lenya
Lys Symonette bei einer Podiumsdiskussion in Dessau 2000 ©NXDRF

Es ist schon lange her, ich weiß den Text nicht mehr …

Lys Symonette erinnert sich in einem Interview: Sie war die letzte Mitarbeiterin von Kurt Weill in New York. Bis zu seinem Tod im Jahr 1950. Sie begleitete Weills Witwe, Lotte Lenya, noch viele Jahre, war Assistentin, Vertraute. Sie ordnete Weills Nachlass und wachte über sein Werk als Vizepräsidentin der Kurt Weill Foundation for Music.
Lys Symonette stammt aus Mainz. Hier wurde sie 1914 als Bertlies Weinschenk geboren, hier wuchs sie auf und machte Abitur. Das war nicht einfach für ein jüdisches Mädchen aus dem gehobenen Bürgertum der alten Domstadt am Rhein. Als sie Abitur machte, herrschte das Regime der NSDAP in Deutschland. Bertlies war ganz auf sich allein gestellt. Ihr Vater war tot, die Mutter hatte wieder geheiratet und war dem neuen Mann nach Köln gefolgt.

Das junge Mädchen lebte zurückgezogen im Dachgeschoss des Hotels „Karpfen”, das den Eltern ihrer besten Freundin gehörte.

Als Lys Symonette noch Bertlies Weinschenk hieß, wohnte sie die letzten zwei Jahre ihrer Gymnasialzeit im Hotel „Karpfen”, Am Brand, in Mainz.

Im Jahr 2001 hatte ich die Gelegenheit, Lys Symonette in Düsseldorf eine Stunde lang zu interviewen. Daher hier ein kurzer Querschnitt aus diesem Gespräch:

Wertvolle Erinnerungen

Bertlies hatte Glück im Unglück: mit dem Abitur in der Tasche traf sie während eines Sommerurlaubs in Forte dei Marmi ein Musikerehepaar aus den USA. Die beiden boten an, die talentierte Bertlies Weinschenk mit aufs Schiff nach Amerika zu nehmen. So wurde aus der Hoffnungslosigkeit ein erfolgreicher Lebensweg.

Lys Symonette ist 2005 in New York gestorben. Ihr Leben war voll von Musik. Eine Leidenschaft, die sie zu ihrem Beruf machen konnte. Vor allem zu einem Beruf, der sie mit vielen bedeutenden Menschen der internationalen Musikwelt zusammenbrachte. Allen voran der großartige Kurt Weill.

Zum Zeitpunkt dieses Interviews, war es nicht möglich, ohne einen riesigen technischen und personellen Aufwand einen Film zu produzieren. Im Gegensatz zu damals ist das heute anders. Heute ist das möglich und bezahlbar: einen Film voller Erinnerungen und Ereignisse zu produzieren. In einer optischen Erscheinung, die so manche TV-Produktion zu übertreffen vermag. Um Erinnerungen festzuhalten, zu bewahren und weiterzugeben.

Dirigenten gibt es wie Sand am Meer, aber Tenöre, die macht nur der liebe Gott selbst.

Lys Symonette zitiert Kurt Weill

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